Gegen einen Einsatz der Nato
zur Durchsetzung einer Flugverbotszone in Libyen hat sich der Generalsekretär
der European Security Foundation, Karl von Wogau, ausgesprochen. Um die Krise
in Nordafrika erfolgreich zu bewältigen, sei eine enge Verzahnung ziviler und
militärischer Maßnahmen notwendig. Dafür sei das Instrumentarium der
Europäischen Union besser geeignet als das der Nato.
Die Europäische Union
verfügt mit ihrer Nachbarschaftspolitik und ihrer Mittelmeerpolitik über
wesentliche Möglichkeiten, zur Stabilisierung der Situation beizutragen.
Gegebenenfalls könntedie Europäische
Union im Rahmen ihrer Sicherheits- und Verteidigungspolitik auch eine
Flugverbotszone durchsetzen.
Die Sicherheits- und
Verteidigungspolitik der Europäischen Union ist in erster Linie zur Bewältigung
von Krisen in der unmittelbaren Nachbarschaft der Europäischen Union geeignet.
Nach den Erfahrungen der Bürgerkriege auf dem Balkan und des Massakers von
Srebrenica wurdenFührungsstrukturen
aufgebaut, um Streitkräfte auch ohne die Mitwirkung der Vereinigten Staaten einsetzen
zu können. Diese haben sich bereits im Kongo, im Tschad und am Horn von Afrika
bewährt.
Falls der Sicherheitsrat der
Vereinten Nationen beschließt, in Libyen eine Flugverbotszone einzurichten,
sollte er aus diesen Gründen nicht die Nato, sondern die Europäische Union mit
dieser Aufgabe beauftragen.